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» 13. Juni 2015: Fleischschalenaktion

Viele Augenpaare starren auf den Boden – erstaunt, erschrocken, verwundert, fragend, geschockt. Ihre Blicke heften sich auf übergroße Fleischschalen, wie man sie sonst nur vom Discounter in der Kühltheke kennt. Auch hier liegt unter der Klarsichtfolie offenbar ein großes Stück Fleisch, rot getränkt vom Lebenselixier Blut. 

Aber halt: Auf dem Etikett steht „Menschenfleisch, 3,99 €“! Tatsächlich liegen Menschen in den Schalen, harren der Hitze und Sonne, die an diesem Tag wie ein überdimensionaler Scheinwerfer die Szenerie einer absurden Sonderaufführung beleuchtet.

Fleisch – es gibt keinen Unterschied, ob es vom Huhn, Schwein, Hund oder vom Menschen stammt. Evolutionsmäßig sind wir alle Tiere, menschliche wie nichtmenschliche Lebewesen. Jedes Lebewesen hat ein Recht auf Existenz, auf ein artgerechtes Leben ohne planmäßigen und durch Gewalt herbeigeführten Tod. 

Moralethisch kann der gewollte Tod von jährlich 50 bis 60 Milliarden Landtieren sowie den unzählig getöteten Fischen nicht begründet werden, wenn es Ernährungsalternativen gibt. Unsere Gesellschaft hat es verlernt, ihr Ernährungsverhalten kritisch zu hinterfragen, sie erliegt den Verheißungen einer Branche, die mit dem Tod von Tieren Gewinnmaximierung betreibt. 
Egal, ob Massentierhaltung mit mehreren zehntausend Tieren auf engstem Platz, regionale Intensivtierhaltung als Nachfolger früherer kleinbäuerlicher Strukturen oder die Biohaltung mit dem Anspruch auf ein zumindest zeitlich begrenztes artgerechtes Leben – immer wird am Ende der frühzeitige Tod stehen, den wir Menschen doch selbst am meisten fürchten!

Die Aktion der insgesamt 4 Aktivistinnen in den Fleischschalen wurde begleitet von Plakaten, Mahnkreuzen, Infostand und verteilten Flyern. Wichtig neben der optisch wie symbolisch eindrucksvollen Aufführung war es auch, die verheerenden Auswirkungen des Fleischkonsums darzulegen: Allein für 1 kg Fleisch benötigt man 15 kg Futter und 15.000 l Wasser, jedes 3. Korn weltweit fließt bereits in das Tierfutter, der Klimawandel wird größtenteils durch die Fleischproduktion negativ beeinflusst. Nicht zuletzt wird durch den hohen Fleischkonsum der Welthunger und Krankheiten wie z.B. Krebs oder Fettleibigkeit gefördert.

“Nichts ist stärker als eine Idee, deren Zeit gekommen ist“ – die fleischlose Ernährung und in ihrer logischen wie konsequenten Fortsetzung der generelle Verzicht auf tierische Produkte ist die angesagte Idee, ist das erstrebenswerte Ziel einer modernen, aufgeklärten und zivilen Gesellschaft.

Dafür haben wir heute gekämpft, geschwitzt und aufgeklärt. Danke an alle, die uns immer wieder auf diesem schwierigen Weg begleiten!