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» 15. August 2015: Aktion gegen Tierversuche und die Versuchstiertransporte durch AIR FRANCE

Paradoxien gibt es in der menschlichen Denk- und Gefühlswelt zuhauf. Ein besonders tragisches Beispiel hierfür zeigt sich beim Thema „Tierversuche“: viele halten diese für sinnvoll und nutzstiftend, aber Eindrücke oder Beschreibungen der oft grausamen Experimente will sich niemand visuell oder akustisch zu eigen machen.

Widersprüche im gesellschaftlichen Verhalten aufdecken, zumal wenn sie Leid, Schmerz und Tod für viele unserer Mitgeschöpfe zur Folge haben, ist unsere essentielle Aufgabe. Deshalb nachfolgend eine traurige Geschichte, die zuerst mit dem Ende beginnt und im Rollentausch ihre empathische Wirkung entfaltet:

Pure Panik in den Augen, die Hände krampfhaft an den Gitterstäben des viel zu engen Käfigs geklammert, als wenn sie Halt geben könnten in diesen extremen Gefühlswirrungen. Doch der Käfig markiert das Ende der Freiheit, er symbolisiert die freie und willkürliche Verfügbarkeit des eingesperrten Lebewesens durch jene, die sich außerhalb des Käfigs befinden.
Noch sitzt das menschliche Wesen ängstlich, verzweifelt und von Panikattacken geschüttelt im Käfig, doch das Unheil naht in Gestalt eines Affen, von Beruf Wissenschaftler. Es geht alles sehr schnell: Der Mensch wird unsanft aus dem Käfig gezerrt, Schreie der Verzweiflung dringen durch Mark und Bein, der kurze Kampf um Freiheit durch Flucht endet mit einer Beruhigungsspritze. Die Fixierung auf dem „Menschenstuhl“ ist nur noch reine Formsache, der Kopf und dessen Inhalt fest in Apparaturen eingezwängt.

Das Experiment selbst dient der Grundlagenforschung, es soll den Affen „Erkenntnisgewinn“ verschaffen. Grund genug, die menschliche Schädeldecke zu öffnen, Metallsonden einzuführen und Reaktionen des Menschen jedweder Art zu erforschen und zu analysieren. Nach ein paar Versuchsreihen ist der Mensch am Ende seiner Kräfte, ausgezehrt, psychisch wie physisch auf der Stufe zum Tod angekommen, der wie ein Gnadenakt im grausamen Prozedere wirkt.
Achtlos wird der Mensch verpackt und entsorgt – kein gewöhnlicher Affe außerhalb des Labors wird je von seiner Existenz, von seinen Qualen, von seinem leidvollen Tod erfahren.

Die Geschichte und ihr realer Hintergrund beginnt ganz woanders, weit weg von uns, wo der Affe als das eigentliche Versuchsobjekt aufwächst: In Mauritius oder in extra hierfür angelegten Aufzuchtstationen in Afrika oder Asien. Das Drama hat hier seine Wurzeln, indem die Affen ihren Familienverbänden brutal entrissen werden oder in den Stationen unter qualvollen Bedingungen aufwachsen müssen.

Den 2. Akt in diesem unsäglichem Drama spielt eine europäische, große wie bekannte Fluglinie: Air France-KLM. Sie stellt das Verbindungsglied zwischen den „Lieferländern“ und den „Verbrauchsländern“ her, sie nutzt Kapazitäten im Frachtraum von Passagierflugzeugen um der Rendite willen. Lärm, Vibrationen, Temperaturschwankungen sind weitere Belastungen im kurzen Leben der Affen. Doch das Martyrium hat mit diesem Flug erst begonnen: wenn Air France erfolgreich geliefert hat, beginnt es wie oben beschrieben.

Ergebnisse tierexperimenteller Forschung können nicht auf den Menschen übertragen werden, ihre Sinnhaftigkeit für die Medizin ist äußerst fragwürdig. Das Streben nach Forschungsgeldern und Status unter Wissenschaftlern ist evident, die Trägheit gewohnter, eingefahrener Experimentierabläufe und das Drängen der Pharmaindustrie nach schnellen Ergebnissen unerträglich. Alternative Verfahren gibt es genug und sind aufgrund ihrer Fokussierung auf menschliche Zellstrukturen in der Tat zum Wohle der Menschen.

Ca. 3 Millionen Tiere leiden und sterben allein in Deutschland jedes Jahr. In Europa werden jährlich ca. 6.000 Affen für Tierversuche missbraucht, darunter fast die Hälfte aus Mauritius. Air France als weltweit letzte große Fluggesellschaft trägt hierzu wesentlich mit bei.
Verantwortung gegenüber Tier und Mensch sieht anders aus – dafür kämpfen wir zusammen mit zahlreichen Unterstützern, denen unser aufrichtiger Dank gilt!