21. Februar 2015 : Anti-Pelz-Kundgebung

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Models flanieren auf dem Laufsteg, zeigen angesagte Haute Couture, präsentieren Mäntel, Jacken, Stolas, Ohrenwärmer und Mützen. Allen gemeinsam ist ihr Grundmaterial Pelz, sei es vom Polarfuchs oder Rotfuchs, vom Kaninchen oder Hund, vom Nerz oder Hermelin.
Viele Augen beobachten die Szenerie vor dem Modehaus Breuninger in Nürnberg, doppelt so viele Ohren lauschen den detaillierten Ausführungen der Conférencieuse.

Und doch wirkt das Defilee seltsam fremd, ist in den Gesichtern eher Erschrockenheit und Ratlosigkeit zu finden. Es ist nicht die Glitzerwelt von Dior oder Chanel, sondern die brutale Realität, die hinter diesen funkelnden Fassaden der Modeindustrie steckt.
Es ist die Welt der Tierschützer, die ungeschminkt und plastisch auf das „Pelz-Drama“ hinweist: Models läuft unter dem Mantel das Blut an den Händen herab, Pelzjacken sind mit dem roten Lebenselixier farblich gebrandmarkt.

Dazu die Hintergrundinformationen zu jedem Kleidungsstück, ein Sammelsurium an Grausamkeiten und moralischer Desorientierung: Der Polarfuchs wird 7 Sekunden lang mit 240 Volt traktiert, um sein unverehrtes Fell wohlfeil und gewinnbringend verkaufen zu können; dem extra gezüchteten Kaninchen wird oft einfach der Schädel eingeschlagen; der Rotfuchs bleibt in den verbotenen Tellereisen stecken und versucht sogar in seiner Agonie, sich das eingeklemmte Gliedmaß abzubeißen.

Szenenwechsel: Eine junge Frau mit Pelzmantel schlendert durch die Nürnberger Fußgängerzone. Plötzlich reißt ihr ein Mann den Mantel vom Leib, die Frau wehrt sich, schreit laut und verzweifelt, versucht den brutalen Attacken menschlicher Gewalt auszuweichen. Doch sie verliert: nicht nur den Kampf, nicht nur ihr „Fell“, sondern letztlich auch ihr Leben. Gleichsam ohne Haut zeigt sich ihr Körper, leblos liegt sie am Boden, Fleisch und Blut plötzlich ohne schützendes Gewebe, gut sichtbar für die zahlreichen überraschten Blicke der Passanten.

Modenschau sowie symbolische Häutung informierten Konsumenten und Passanten auf schonungslose, ehrliche Art und Weise, was Pelztragen eigentlich bedeutet – egal, ob mit einem Pelzmantel oder als Verbrämung auf Jacke oder Mütze.

Auftakt der Kundgebung war vor dem Modehaus Breuninger, weiter ging es zum Wöhrl, Pelzhaus Reissner-Roth und WOF in der Breiten Gasse. Dort wurden Passanten in weiteren Vorträgen über die bestialischen Haltungs- und Tötungsmethoden, die hohe Zahl der je Kleidungsstück „verbrauchten“ Pelztiere nebst den umweltbelastenden Fakten bei der Pelzherstellung aufgeklärt.

Jedes der 90 Mill. getöteter Pelztiere, jeder Euro der 1,5 Mrd. Umsatz der Pelzindustrie und der hohen deutschen Subventionen für den Pelzhandel ist zu viel, ist unweigerlich mit Tierqual verbunden. 

Jeder einzelne ist aufgerufen, beim Kleidungskauf auf tierleidfreie Ware zu achten; jeder ist willkommen, bei diesen Veranstaltungen für den Respekt vor Tieren aktiv zu werden. Wir danken allen, die dies verinnerlicht haben und uns bei dieser Kundgebung engagiert zur Seite standen!

Weitere Informationen zum Thema „Pelz“ finden Sie in unserem Flyer

http://www.tierrechte-nuernberg.de/neu/images/downloads/pelz_flyer.pdf

 

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