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» 7. September 2013: Kundgebung gegen Tierversuche in München

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Ein weiteres Mal beteiligten wir uns an einer Protestveranstaltung der Münchner Ortsgruppe von Ärzte gegen Tierversuche. Die Kundgebung richtete sich gegen den geplanten Neubau von zwei großen Tierversuchslaboren der Ludwigs-Maximilians-Universität, die zu einer massiven Ausweitung von Tierversuchen führen wird.

 

Die Kundgebung mit rund 100 Menschen fand auf dem Wiener Platz statt, der sich ganz in der Nähe der entstehenden Neubauten befindet. Eine Vertreterin der Ärztevereinigung, Politiker von Bündnis 90/Die Grünen und Bürger, die in unmittelbarer Nachbarschaft der Versuchslabore wohnen, kritisierten in ihren Redebeiträgen das Festhalten an der tierexperimentellen Forschung und forderten eine Umwidmung zu tierversuchsfreien Forschungszentren.

 

 

 

Pressemitteilung des Veranstalters zur Kundgebung: Protestaktion gegen Tierversuchslaborneubauten in München

2. September 2013 um 01:33

 

Die AG München der bundesweiten Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche (ÄgT) lädt gemeinsam mit ihren Partnern im Bündnis Bayerischer Tierrechtsorganisationen (BBT) am 7. September 2013 von 12 bis 14 Uhr im Rahmen der aktuellen Kampagne zu einer Protestaktion gegen zwei Tierversuchslaborneubauten in München ein.

Mit Transparenten, Postern und Plakaten demonstrieren die Tierrechtler gegen die Neubauten von zwei Tierversuchslabors. Passanten werden mit Flugblättern über die kürzlich gestartete Kampagne gegen neue Tierversuchslabors in München informiert und können mittels Protestpostkarten an den Bayerischen Staatsminister für Wissenschaft, Dr. Wolfgang Heubisch, sowie Unterschriftenlisten ihr Votum gegen die Ausweitung der grausamen und unsinnigen tierexperimentellen Forschung geben. In mehreren Redebeiträgen werden Hintergrundinformationen gegeben.

 

Am Klinikum rechts der Isar im Stadtteil Haidhausen soll ein 50 Millionen teures Tierversuchslabor entstehen. In dem geplanten Forschungszentrum für Translationale Onkologie sollen unter anderem genmanipulierte Mäuse und Ratten für die Krebsforschung ihr Leben lassen. Der Baubeginn ist für Anfang 2014 vorgesehen, ein konkreter Bauantrag liegt den Behörden noch nicht vor.

Im Norden des Campus der Ludwigs-Maximilians-Universität München in Großhadern/Martinsried entsteht derzeit das 125 Millionen teure neue BioMedizinische Zentrum (BMC). Nach offiziellen Angaben sollen hier vor allem Mäuse und Ratten, aber auch Fische und Frösche für die Grundlagenforschung leiden und sterben. Ab 2015 soll mit den Tierversuchen begonnen werden. 

 

Beide Neubauten werden von Bund und Land finanziert. Bereits jetzt sterben jedes Jahr fast 340.000 Tiere in bayerischen Labors. Die für beide Labors angegebenen Haltungskapazitäten für allein schon über 90.000 Mäuse und Ratten werden nach Aussage der Ärztevereinigung zu einer Ausweitung der tierexperimentellen Forschung in Bayern um fast 30 % führen. „Unter dem Vorwand des angeblichen medizinischen Nutzens werden für den Bau der beiden Tierversuchslabors mindestens 175.000 Millionen Euro aus der Tasche des Steuerzahlers in einen kranken und grausamen Forschungszweig investiert, wofür Tiere unsäglich leiden müssen,“ kritisiert Dipl.-Biol. Silke Bitz, Sprecherin der Ärztevereinigung. Demgegenüber stehen bundesweit jährlich nur rund vier Millionen Euro, die der Staat für innovative, tierversuchsfreie Forschung bereitstellt.

 

Nach Aussage der Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche sind die Ergebnisse von Tierexperimenten nicht auf den Menschen übertragbar. Der Unterschied zwischen Mensch und Tier in Anatomie, Physiologie und Krankheitsarten ist zu groß. Zudem werden im Tierversuch lediglich manche Symptome menschlicher Krankheiten nachgeahmt, die mit der tatsächlichen Erkrankung nichts zu tun haben. Neben der ethischen Unvertretbarkeit von Tierversuchen warnt die Ärztevereinigung schon lange vor den Gefahren, die die Übertragung von tierexperimentellen Ergebnissen auf den Menschen birgt. So gehen allein in Deutschland jedes Jahr fast 60.000 Todesfälle auf das Konto von an Tieren erprobten Arzneien. Die tödlichen Nebenwirkungen blieben in den zuvor durchgeführten Tierversuchen unentdeckt.

Der Ärzteverein fordert die Abwendung vom Tierversuch. Stattdessen sollen die für den Neubau bereit gestellten Gelder für eine ethisch vertretbare Medizin und Wissenschaft verwendet werden, welche Ursachenforschung und Prävention von Krankheiten, sowie tierversuchsfreie Testmethoden wie Zellforschung, Computersimulationen und Bevölkerungsstudien beinhaltet.

 

Protestaktion „Tierversuchshochburg München: Stoppt Laborneubauten!“

7. September 2013, 12 bis 14 Uhr

Wiener Platz / Stadtteil Haidhausen in München, in unmittelbarer Nähe des Klinikums rechts der Isar

 

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