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Essen wir die Meere leer?

Informationen zu Fischfang und Fischkonsum – eine Anregung zum Nachdenken und Handeln!

Fisch – ein „Nahrungsmittel“, von vielen Menschen unbedenklich konsumiert wird, sei es aus gesundheitlichen Gründen oder als Alternative bzw. Ergänzung zum Fleischverzehr.
Den wenigsten ist allerdings bekannt, welche Gefahren für die Umwelt wie auch für den Konsumenten selbst mit dem Fischfang und -verzehr verbunden sind und dass auch Fische über ein großes Schmerzempfinden verfügen.

Die Details:

Überfischung:

  • Wenn weiterhin im heutigen Ausmaß Fischfang betrieben wird, werden in ca. 40 Jahren alle kommerziell genutzten Fischarten verschwunden sein.
  • Rund 80 % dieser Fischbestände werden bereits jetzt bis an ihre Belastungsgrenze ausgebeutet und sind über- oder ausgefischt.
  • Nur noch 1 % der Fischarten kann sich regenerieren.
  • 75 % der in Deutschland verzehrten Fische sind importiert, da unsere heimischen Gewässer stark überfischt sind.
  • Seit den 1960er Jahren hat sich der Fischkonsum verdoppelt!

 

Umweltschäden:

  • Die industrielle Großfischerei gefährdet das Ökosystem der Ozeane; infolge der Überfischung schwindet die marine Artenvielfalt und -zusammensetzung.
  • Mit ihren gewaltigen Schleppnetzen richten die Fangflotten große, oftmals irreparable Schäden am Meeresboden und an den Korallenriffen an. Verloren gegangene „Geisternetze“ zersetzen sich nicht und stellen eine beträchtliche Gefahr für alle Meeresbewohner dar.
  • Der hohe menschliche Fischkonsum bedroht auch die Nahrungskette im Meer: Viele Wassertiere und Vögel finden nicht mehr genügend Nahrung.

 

Beifang:

  • Von den jährlich rund 140 Millionen Tonnen gefangenen Meerestieren sind mehr als 30 Millionen Tonnen unerwünschter Beifang, der tot oder verletzt ins Meer zurückgeworfen wird. Die Überlebensrate ist sehr gering.
  • Besonders hoch ist die Beifang-Rate bei der Garnelenfischerei: Auf 1 Kilo kommen 20 Kilo Beifang!
  • Auf ihrem Weg durch die Ozeane nehmen die Fangnetze alle Lebewesen mit, durch Angelschnüren und Köderhaken der Langleinen und in Geisternetzen kommen unzählige Vögel und im Wasser lebende Tiere zu Tode.
  • Jedes Jahr verenden Hundertausende Kleinwale, Delfine, Meeresschildkröten, Millionen von Haien und eine kaum zu beziffernde Menge an Jungfischen und anderen kleineren Meerestieren.

 

Gift im Fisch:

  • Da Fische im mittleren bis oberen Bereich der marinen Nahrungskette stehen, sind sie von der durch Menschen verursachten Wasserverseuchung besonders betroffen.
  • In ihren Körpern lagern sich daher viele Giftstoffe wie Pestizide, PCB, Quecksilber und Cadmium ab, die auch auf den Tellern der fischverzehrenden Konsumenten landen.

Die im Fisch reichlich vorhandenen Omega-3-Fettsäuren können Sie übrigens leicht über Lein-, Raps-oder Walnussöl und Jod über Algen sowie angereichertes Salz aufnehmen.

 

Zuchtfarmen:

  • Jeder 2. heute verzehrte Speisefisch wurde gezüchtet, seit den 1970er Jahren ist die Fischzuchtindustrie jährlich um 9 % gewachsen.
  • Wie in den Mastbetrieben an Land leiden Fische in Aquafarmen unter räumlicher Enge und Eintönigkeit, was zu Dauerstress, Krankheitsanfälligkeit und einem hohen Einsatz von Medikamenten führt.
  • Antibiotika, Wachstumshormone, Mastbeschleuniger, Farbstoffe u.a. verschmutzen zusammen mit Futterresten und den Ausscheidungen der Zuchttiere Gewässer und Meere.
  • Kranke oder genetisch veränderte entwichene Tiere gefährden die Wildbestände.
  • Rund 1/3 aller Fischfänge wird zu Futter für die Fischzucht verarbeitet. Um 1 Kilo Speisefisch zu erzeugen, werden 3 – 5 Kilo im Meer gefangene Fische verfüttert.
  • Aquafarmen tragen außerdem zur Landschaftszerstörung bei: Ganze Mangrovenwälder werden für Fisch- und Garnelenzuchten beseitigt.

Die Fischzucht ist weder tiergerecht noch umweltfreundlich, sondern trägt zusätzlich zur Überfischung und Verschmutzung der Meere bei.

 

Tierleid:

  • Fische sind intelligente Wesen, deren Gedächtnisleistung, Lernfähigkeit, Sozialverhalten und Schmerzempfinden mit denen höherer Säugetieren vergleichbar sind. Beim Fischfang und in der Fischzucht wird darauf keinerlei Rücksicht genommen.
  • Wenn die übervollen Netze aus den Tiefen gehoben werden, sind die Fische starken Druckveränderungen ausgesetzt, die ihre Schwimmblasen platzen, die Augen weit hervortreten, Kiemen und Haut aufreißen lassen. An Bord ersticken sie qualvoll, werden zerquetscht oder noch lebendig aufgeschnitten und ausgenommen.
  • In den Zuchtfarmen sterben bis zu 40% der Tiere bereits vor der Schlachtung.

 

Fische wie auch andere Meerestiere bleiben für unsere Ohren zwar stumm, aber ihr verzweifeltes, unkontrolliertes Zappeln lässt die erduldeten Qualen erahnen.

Wir alle haben es als Konsumenten in der Hand, durch eine drastische Reduzierung des Fischkonsums oder noch besser durch dessen Verzicht den immensen Umweltzerstörungen und dem milliardenfachen Tierleid entgegenzuwirken!

Es gibt viele leckere, vegetarische Alternativen zu Fisch und Fleisch! Fündig werden Sie im Buchhandel und im Internet, z.B. unter:

http://www.peta.de/web/vischrezepte.986.html oder http://www.culinaria-vegan.de/
Zusammen mit der Massentierhaltung am Land steht die Gesellschaft immer mehr vor der Frage, wie sie den Umgang mit unseren Mitgeschöpfen ethisch rechtfertigen und die Gefahren für Umwelt und Klima verantworten oder gar begrenzen will!