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Was man über Delfine und deren Haltung in Zoos wissen sollte:

 

Delfinarien – ein Auslaufmodell!header_themen_delfine

Von den ehemals 14 Delfinarien in Deutsch-land existieren nur noch zwei, im Tiergarten Nürnberg und im Zoo Duisburg. In 13 EU-Mitgliedsstaaten wurde die Haltung von Delfinen bereits aufgegeben.

Das Nürnberger Delfinarium wurde 1971 eröffnet und 2011 um eine Außenanlage, die sogenannte Delfinlagune, erweitert. Doch auch damit wurden keine auch nur annähernd artgerechten Lebensbedingungen für die Meeressäuger geschaffen.

 

Betonbecken als Lebensraum für Delfine?

Delfine haben ein ausgeprägtes Bewegungsverhalten und schwimmen im Meer 20 bis 150 Kilometer pro Tag, bewegen sich die meiste Zeit unter Wasser und tauchen bis zu 500m tief.

Nur 6,4% des Gesamtareals der „Delfinlagune“ stehen als Wasserfläche für Delfine und Seelöwen zur Verfügung. Die Gesamtfläche der Außenbecken beträgt 1540 m², das entspricht gerade einmal einer Fläche von nur ca. 15m x 100m.

Die tiefste Stelle misst lediglich unzureichende sieben Meter. In den Wintermonaten sind zeitweise nur zwei der sechs Außenbecken nutzbar, so dass auch in der neuen Anlage drangvolle Enge für die Meeressäuger herrscht.

Den Besuchern soll die Außenanlage mit mehreren Becken, Einbuchtungen und Engstellen den Eindruck einer optisch schönen „Lagunenlandschaft“ vermitteln. Den Bedürfnissen der Delfine, die große, freie und tiefe Wasserflächen benötigen, wird die „Delfinlagune“ keineswegs gerecht.

Delfine sind akustisch orientierte Tiere, die Artgenossen, Beutetiere und Hindernisse mit Hilfe des Gehörs erkennen. Die reizarme Umgebung der Betonbecken macht die Benutzung eines ihrer wichtigsten Sinnesorgane weitgehend überflüssig.

 

Kein natürliches Leben im Delfinbecken:

In der Natur leben und jagen Delfine in hoch entwickelten, sich lebensgeschichtlich verändernden Gruppenzusammensetzungen und –größen.
In Delfinarien müssen die Tiere oftmals in naturwidrigen, von Menschen zusammengestellten Gruppen zurechtkommen. Ein natürliches Sozialleben und die Vermittlung von Wissen unter den Tieren z. B. über die Jungtieraufzucht kann somit nicht oder nur sehr eingeschränkt stattfinden.
Unnatürliche Gruppen, räumliche Enge und nur begrenzte Ausweichmöglichkeiten führen zu Aggressionen und teils gefährlichen Auseinandersetzungen unter den Tieren, die nachweislich in manchen Fällen mit Psychopharmaka bekämpft werden. Auch gegen Nervösität und Unruhe sowie zur Appetitanregung werden Psychopharmaka eingesetzt.

 

Todesfälle im Nürnberger Delfinarium:

33 von 48 Delfinen sind bisher gestorben, ein Großteil frühzeitig durch Unfälle und Krankheiten (vor allem Infektionen und Herzversagen).
Von ca. 22 Geburten starben 16 Kälber während und kurz nach der Geburt, ein Jungtier starb mit knapp sechs Jahren. Nach etlichen erfolglosen Zuchtversuchen überlebte 2014 ein Delfinkalb und wurde mit einem enormen Aufwand und Medikamenteneinsatz bei Mutter und Kind aufgezogen.
Eine erfolgreiche Aufzucht ist jedoch kein Beleg für eine artgerechte Haltung!
Da die dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm angeschlossenen Delfinarien bisher die Einsicht in das gemeinsame Zuchtbuch verweigern und es keine von ihnen geführten, öffentlich zugänglichen Datenbanken gibt, bleibt die Delfinzucht intransparent!

 

Delfinarien erfüllen keinen Bildungsauftrag!

In Gefangenschaft können Delfine ihre natürlichen Verhaltensweisen kaum ausleben. Stattdessen werden die Meeressäuger vermarktet und müssen zur Unterhaltung der Zuschauer in Shows antrainierte „Kunststücke“ vorführen. Das scheinbare „Lächeln“ der Delfine täuscht. Da die Tiere ihre Gesichtsoberfläche nicht sichtbar bewegen können, ist ihr Gesichtsausdruck immer der gleiche – auch bei Krankheit und Tod.

 

Delfinarien sind kein Beitrag zum Artenschutz!

Die in europäischen Delfinarien gehaltenen Großen Tümmler gehören weder zu den bedrohten Arten noch nehmen sie an Auswilderungsprogrammen teil. Die Gefährdungen der Tiere im Meer durch Wasserverschmutzung, Lärmbelastung, Beifang in Netzen u. a. können nur mit Gesetzen und Schutzmaßnahmen sowie durch Aufklärung bekämpft werden.

 

Delfin-Therapie – umstritten und potentiell gefährlich!

Delfin-Therapie ist teuer und aufwendig. Es liegen keine wissenschaftlichen Erkenntnisse vor, dass sie langfristig wirksam oder anderen Therapieformen überlegen ist. Als nicht domestizierte Wildtiere bleiben Delfine gefährlich. Verletzungen von Patienten und gegenteilige Ansteckungen durch Krankheitserreger sind nicht auszuschließen.
Behindertenverbände wie z. B. der Bundesverband Autismus e. V. und der Verein für Menschen mit Körperbehinderung e. V. in Nürnberg lehnen die Delfin-Therapie ab.

 

Millionengrab „Delfinlagune“:

Der Tiergarten trägt sich nicht selbst, sondern ist auf Zuschüsse aus Steuermitteln angewiesen. Dennoch soll er die Kredite für die 31 Millionen Euro teure „Lagune“ (einschließlich Manatihaus) aus seinen Einnahmen zurückzahlen. Das kann nicht funktionieren, zumal die hohen Betriebs- und Energiekosten der „Lagune“ den Haushalt des Tiergartens zusätzlich und dauerhaft belasten.
Die „Delfinlagune“ ist weder ein zukunftsweisendes noch ein artgerechtes Projekt! Wir fordern die Einstellung der Zucht und die Beendigung der Delfinhaltung im Tiergarten Nürnberg!

ARTGERECHT IST NUR DAS MEER!

 

Liste der in Nürnberg gehaltenen Delfine oder die traurige Bilanz bisheriger Delfinhaltung im Nürnberger Tiergarten:

http://tierrechte-nuernberg.de/wp-content/uploads/2015/08/delfinuebersicht-tiergarten-nuernberg.pdf