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Tierversuche

Am 20.6.2005 wurde das Tierexperimentelle Zentrum der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen (TEZ) eröffnet, beschönigend Franz-Penzoldt-Zentrum genannt.

Die Baukosten betrugen 26 Millionen Euro, die Einrichtungskosten 2,5 Millionen Euro. Die Gebäude enthalten neben einer Vielzahl enger Käfige für Mäuse, Ratten und Kaninchen auch Räume für Primaten, Hunde, Katzen und Großtiere, aber keinen einzigen Quadratmeter für tierversuchsfreie Forschung.

Tierversuche werden Jahr für Jahr mit öffentlichen Geldern in Höhe von mehreren Hundert Millionen Euro gefördert. Die tierversuchsfreie Forschung dagegen wird derzeit mit lediglich etwa vier Millionen Euro pro Jahr staatlich unterstützt. Bei diesen ungleichen Voraussetzungen wundert es kaum, wenn dieser gewaltfreie, zukunftsweisende Zweig der Forschung bislang ein Schattendasein führt.

Mit der Einrichtung des Tierexperimentellen Zentrums wurde in Erlangen die Chance für eine zeitgemäße Forschung verpasst.

Der Bau des Zentrums sei notwendig geworden, hieß es von Seiten der Verantwortlichen, weil die dezentrale Tierhaltung teilweise katastrophal sei (so Dr. Labahn, der Tierschutzbeauftragte der Universität in einem Interview in den Erlanger Nachrichten, Febr./2003). Hätten wir in all den Jahren vor der Einrichtung des TEZ nach der Qualität der dezentralen Tierhaltung gefragt, hätten wir wohl niemals eine solch niederschmetternde Antwort erhalten. Das TEZ solle lediglich einer besseren Tierhaltung dienen, wurde gesagt, nicht etwa einer Steigerung der Tierversuche. Eine politische Anfrage im Bayerischen Landtag musste dann doch wahrheitsgemäßer beantwortet werden, nämlich, dass sehr wohl eine Ausweitung von Tierversuchen stattfindet – vor allem im gentechnischen Bereich, in der Schmerzforschung oder auch in der Forschung mit Kunstherzen. Etwa 25 000 Tiere werden in Erlangen jährlich für Experimente „verbraucht“. Sie werden in den üblichen, tristen, nicht ausgestalteten Käfigen gehalten (Erfahrung von Tierschützern bei einer Besichtigung am Eröffnungstag).

Trotz millionenfacher Tieropfer jährlich sterben in unserem Land 80 % der Menschen an Zivilisationskrankheiten (z.B. an Herz- und Kreislaufkrankheiten, Diabetes, Rheuma oder bestimmten Krebsarten). 64% aller Todesfälle sind direkt auf falsche Ernährung zurückzuführen. 71 Milliarden Euro Kosten müssen wir jährlich für ernährungsbedingte Krankheiten ausgeben.

In Deutschland sterben jährlich bis zu 58 000 Menschen an tierversuchserprobten Medikamenten. Hinzu kommt noch die Zahl der Erkrankungen durch Medikamentenschäden.

Tiere unterscheiden sich anatomisch, physiologisch, biorhythmisch und ethologisch vom Menschen – ganz besonders unter Laborbedingungen.

Künstlich krank gemachte Tiere, an denen durch brutale Eingriffe Schäden hergestellt wurden, haben mit der menschlichen Erkrankungsrealität nichts zu tun.

Der Mensch wird dabei auf das Maß einer Maschine reduziert, seelische und soziale Komponenten, Einflüsse durch Umweltbelastungen, falsche Ernährung usw. bleiben unberücksichtigt.

Die Ergebnisse von Tierversuchen werden mit unvorhersehbarem Risiko auf Menschen übertragen. Erst im Nachhinein stellt sich heraus, ob die Übertragbarkeit bei 0 oder bei 100 Prozent liegt.

All die Stoffe und Substanzen, die uns und unsere Umwelt vergiften, wurden im Tierversuch entwickelt und erprobt. Bei der politischen Festlegung der so genannten Schwellenwerte, wird die Giftmenge vom Tier einfach auf den Menschen hochgerechnet.

Ein Meerschweinchen stirbt an 0,6 Mikrogramm Dioxin pro kg Körpergewicht, ein Hamster erst an 3000 Mikrogramm pro kg Körpergewicht. Was ist jetzt ein Mensch – 70 kg Meerschweinchen oder 70 kg Hamster?

Was für Menschen gut ist, kann nur an Menschen erforscht werden – selbstverständlich muss das mit gewaltfreien Methoden geschehen. Z.B. liefern menschliche Zellen, Gewebeproben und menschliches Operationsmaterial (an dem ausschnitthaft jedes Organ über seine ureigenen mikroskopisch kleinen Bausteine untersucht werden kann) gesicherte Erkenntnisse über menschliche Erkrankungen.

In der Ganzheitsmedizin, Erfahrungsheilkunde, Vorsorgemedizin und Naturheilkunde sowie in klinischen Studien werden menschliche Krankheiten ursächlich erforscht und therapiert, während die Tierversuchsmedizin lediglich Symptome bekämpft.

Tierversuche mindern die Achtung vor dem Leben und führen zur Verrohung der medizinischen Kultur.

Franz-Penzoldt-Zentrum: Zentrales Tierversuchslabor der Universität Erlangen

Franz-Penzoldt-Zentrum: Zentrales Tierversuchslabor der Universität Erlangen