27. April 2013: Demo gegen Tierversuche in München

IMG 3424Im Rahmen einer Aktionswoche gegen Tierversuche veranstaltete der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche eine Demonstration im München, an der wir uns beteiligten. In der Mittagszeit versammelten sich Tierschützer aus ganz Bayern am Karlsplatz/Stachus. Mit vielen sehr eindringlichen Transparenten und Schildern zogen wir durch die Münchener Innenstadt und verteilten einen umfassend informierenden Flyer zum Schwerpunktthema der Demonstration „Xenotransplantation an der Ludwig-Maximilians Universität München“ an die Passanten. Die Veranstaltung endete mit einer Abschlusskundgebung am Karlsplatz.

 

Pressemitteilung von Ärzte gegen Tierversuche e.V. vom 25.04.2013 zur Demonstration :

 

Internationaler Tag zur Abschaffung der Tierversuche

 

Demo gegen Xenotransplantation

 

Anlässlich des Internationalen Tags zur Abschaffung der Tierversuche lädt die AG München der bundesweiten Vereinigung Ärzte gegenTierversuche am 27. April zu einer Demo durch die Münchner Innenstadt ein. Die Veranstaltung, die schwerpunktmäßig die Xenotransplantationsforschung der LMU anprangert, ist Teil einer bundesweiten Aktionswoche, in deren Rahmen in 16 Städten Deutschlands Aktionen wie Infostände, Mahnwachen, Ausstellungen und Vorträge gegen Tierversuche stattfinden.

 

München führt laut einer Auswertung der Ärzte gegen Tierversuche die unrühmliche Liste der Tierversuchshochburgen Deutschlands an. In zahlreichen Instituten der Ludwig-Maximilians-Universität und der Technischen Universität leiden und sterben jedes JahrZigtausende Tiere. Öffentliche zugängliche Angaben zu den tatsächlichen Tierzahlen gibt es nicht.

 

Besonders qualvolle und ethisch umstrittene Tierversuche finden seit mindestens15 Jahren am Institut für Chirurgische Forschung am Klinikum Großhadern der LMU statt. Im Rahmen der Xenotransplantationsforschung werden hier Organe von genmanipulierten Schweinen auf Affen verpflanzt.

 

„Schweine werden auf entwürdigende Weise zu Organfabriken degradiert. Die Affen als Organempfänger sterben qualvoll innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen an der Abstoßungsreaktion“, so Dr. med.vet. Corina Gericke, Vizevorsitzende

der Ärztevereinigung. Die Xenotransplantation soll den Mangel an Spenderorganen ausgleichen, doch sie überschreitet nach Ansicht des Ärztevereinsethische Grenzen und „gehört zu den schlimmsten Auswüchsen der heutigen biomedizinischen Forschung.“

 

Neben der ethischen Problematik birgt die Verpflanzung von Tierorganen zudem ein unkalkulierbares Risiko für Patienten

durch die mögliche Übertragung von Krankheitserregern. Zudem ist zu befürchten, dass die Menschen bei unbegrenzt zur Verfügung stehenden Ersatzteilen noch sorgloser mit ihrer eigenen Gesundheit umgehen. „Die Xenotransplantations-

forschung entfernt die Medizin immer weiter von ihrer eigentlichen Aufgabe, Krankheiten vorzubeugen, zu behandeln und

zu heilen und dabei den Patienten in seiner Gesamtheit in den Mittelpunkt zu stellen“, ist sich Gericke sicher.

 

Mit der Demo wollen die Ärzte gegen Tierversuche ihrer Forderung Nachdruck verleihen, dass Tierversuche im Allgemeinen und Xenotransplantationsforschung im Besonderen umgehend zu stoppen sind, um eine moderne, ethische Wissenschaft zu etablieren, bei der die Erforschung der Ursachen menschlicher Erkrankungen mit dem Ziel, Krankheiten zu verhindern sowie tierversuchsfreie Methoden mit Zellkulturen und Mikrochips zu relevanten Fortschritten in der Medizin führen.

 

In der Woche um den Internationalen Tag zur Abschaffung der Tierversuche am 24. April wird weltweit auf das Leid der Tiere in den Labors aufmerksam gemacht. Der Gedenk- und Aktionstag wurde erstmals 1979 begangen und geht auf den Geburtstag von Lord Hugh Dowding zurück, der sich im Britischen Oberhaus für den Tierschutz einsetzte.

 
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