23. Februar 2013: Trauerzug für Tiere

Zum zweiten Mal veranstalteten wir, die VEBU-Regionalgruppe Nürnberg und Menschen für Tierrechte Nürnberg e.V., auch in diesem Jahr einen Trauerzug für Tiere durch die Nürnberger Innenstadt.

 

Um 14 Uhr versammelten wir uns auf dem Platz vor der Lorenzkirche. Die Veranstaltung begann mit einer ca. 30-minütigen Auftaktkundgebung, bei der unser Anliegen erläutert wurde: Wir gedachten der Milliarden von Tieren, die jedes Jahr in der Ernährungs-, Bekleidungs- und Unterhaltungsindustrie oder für Tierversuche sterben. Weltweit landen jährlich fast 60 Milliarden Landtiere und 90 Milliarden Meerestiere auf dem Teller, 100 Millionen Tiere fallen Tierversuchen zum Opfer und 50 Millionen Tiere sterben in der Pelzindustrie.

 

Die Nutzung von Tieren führt zu einem Teufelskreis von Umweltzerstörung, Abholzung der Regenwälder, Verschmutzung von Böden, Wasser und Luft, Raubbau an der Erde, Verschwendung von Ressourcen und schweren Erkrankungen. Daher gedachten wir auch der Menschen, die an vermeidbaren, durch Fehlernährung ausgelösten Krankheiten sterben und derer, die aufgrund der Verteilungsungerechtigkeit von Nahrungsmittelressourcen verhungern. 50% der Weltgetreideernte und 90% der Sojaernte werden an die Masttiere der reichen Nationen verfüttert, während 870 Millionen Menschen hungern. Allein von der jährlich verfütterten Getreidemenge (600 Mio. Tonnen) würden 2,6 Milliarden Menschen satt.

 

Danach setzte sich der Trauerzug in Gang, der von einem mit Blumen geschmückten Sarg angeführt wurde. Viele Demonstrationsteilnehmer trugen weiße Kreuze versehen mit Bildern von verschiedenen Tieren wie Hühnern, Schafen, Rindern, Schweinen, Affen im Versuchslabor, Tieren im Zoo und im Zirkus sowie von Wildtieren, die das individuelle Leiden veranschaulichten, das unseren Mitgeschöpfen zugefügt wird. Schweigend, nur von leiser Musik begleitet, liefen wir eine lange Route durch die Innenstadt. Vor einem Pelzgeschäft und zwei Filialen von fleisch- und fischverkaufenden Fast-Food-Ketten hielten wir Zwischenkundgebungen ab. Hier wurden die Passanten mit weiteren Redebeiträgen über die quälerischen Haltungsbedingungen in der Pelztierzucht und in der Massentierhaltung sowie über die zerstörerischen Folgen von Fischfang und -zucht aufgeklärt. In einem eigens entworfenen Flyer informierten wir über diese Missstände und zeigten konstruktive Lösungen für ein tier- und umweltfreundliches Leben auf. Ca. 2000 Flyer konnten wir während der Wegstrecke an die Passanten verteilen. Die Veranstaltung endete gegen 16 Uhr mit einer Abschlusskundgebung vor der Lorenzkirche.

 

Mit unserem Trauerzug wollten wir deutlich machen, dass das Leid der Tiere untrennbar mit dem Leid der Menschen verbunden ist und forderten die Passanten auf, die Augen nicht mehr zu verschließen –
Mitgefühl und Respekt gegenüber Tieren kommt auch uns Menschen und dem ganzen Planeten zu Gute.

 

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